Montag, 10. Februar 2020

Fünf Rollenspiele, auf die ihr 2020 ein Auge haben solltet:

Auch 2020 gebe ich wieder einen kleinen Ausblick auf die spannendsten Rollenspielprojekte des Jahres. Ähnlich wie 2019 wird vielleicht ein Teil der untenstehenden Spiele 2020 noch nicht realisiert.

Alone on a Journey
Das vor etwa einem Jahr erschienene Alone Among the Stars von Takuma Okada darf zweifellos bereits zu den besten Rollenspielen der Dekade gezählt werden. Chronologisch, also des vergangenen Jahrzehnts. Oder inhaltlich, als stilprägend bzw. -veranschaulichend für die frühen 2020er Jahre. Nie war Rollenspiel einfacher, unaufgeregter, offener. Klickt euch hier zur ansprechenden Twine-Umsetzung durch und probiert es aus. Alone on a Journey versammelt nun in Zine-Form drei Alone... Rollenspiele und gibt Tipps für eigene Hacks - viele davon gibt es bereits auf der neuen Indie-Heimat itch.io.

Ascendancy
Wenigstens was Rollenspiele betrifft, wehrt sich kaum ein Genre mehr dagegen, neu gedacht zu werden, als Cyberpunk. Kein Wunder also, dass verschiedene Projekte ebendiese Blockade endlich sprengen wollen. Darunter fallen zum Beispiel SYNC (Kira Magrann), In Which We Live And Breathe (Ashton McAllan), Balikbayan (Jamila R. Nedjadi) und eben: Ascendancy. Autorin Ruby adaptiert das aus Grant Howitts Spire bekannte Resistance System für ein faszinierendes Setting in den Ruinen eines zerstörten Weltraumaufzugs. Hauptfiguren sind Cyborgs, die keine Waffen mehr sein wollen. Das Spiel ist in einer Betaversion bereits erhältlich, allerdings steht der Kickstarter unmittelbar bevor.

Red Carnations on a Black Grave
Ein Spiel binnen zwei Monaten im Paris des Jahres 1871. Der verlorenen Kampf um die Pariser Kommune. Diesen Hintergrund hat Catherine Ramen ihrem Rollenspiel Red Carnations on a Black Grave (was für ein Titel!) gegeben, das sie schon im letzten Jahr erfolgreich crowdfinanziert hat. Inspirieren ließ sie sich bei der Entwicklung unter anderem vom Indie-Klassiker Montségur 1244. Neben diversen Interviews, in denen ihre Begeisterung für den gewählten Stoff deutlich wird, gibt es beim One Shot Podcast bereits ein Actual Play zu hören. Eine umfangreiche Besprechung des Spiels auf Deutsch findet ihr beim Phexbasar.

Impossible Landscapes
Nicht um ein eigenständiges Spiel, sondern um eine Kampagne handelt es sich bei Dennis Detwillers Impossible Landscapes. Wenn der Autor absoluter Ausnahmeszenarios wie Night Floors oder Music From a Darkened Room die erste Kampagne in 28 Jahren Delta Green auf abschließend wohl etwa 300 Seiten bannt, sind die Erwartungen grenzenlos. Nicht unmöglich, dass Detwiller sie trotzdem erfüllt.

Mothership
Mit seinem Sci-Fi Horror Rollenspiel Mothership hat Sean McCoy in Gestalt zweier eilig zusammengeworfener Zines, des Player's Survival Guide und des ersten Moduls, Dead Planet (zusammen mit Fiona Maeve Geist und Donn Stroud), nicht nur die eisernen Fantasyketten der OSR gesprengt, sondern mal eben eine der vielversprechendsten Spielelinien der letzten Jahre in den Orbit befördert. Vielleicht selbst etwas überrascht vom Ausmaß seines Erfolges ist nach Modulen wie A Pound of Flesh oder Gradient Descent jetzt ein Box-Set in Arbeit, um das Ganze zu konsolidieren. Darin soll auch der bisher vermisste SL-Leitfaden nachgeliefert werden.

1 Kommentar:

  1. Oh danke für den Link. :)
    "Impossible Landscapes" interessiert mich eher nicht so. Alle anderen klingen/sind spannend. Das mit dem Neudenken von Cyberpunk verstehe ich nicht ganz. Hätte eher vermutet, dass es da recht viel Innovation gibt...?

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